Warum?

Wildbienennisthilfen Markieren:

Was im Inneren unserer Nisthilfe passiert ist von außen erst einmal nicht erkennbar. Der Nachwuchs unserer Wildbienen kann sich hinter des Nestverschlüssen prächtig entwickeln oder auch abgestorben sein.

Das möchten wir gerne im Blick haben!
Nicht weil es unbedingt notwendig ist, sondern weil wir es äußerst interessant finden.

Um zu sehen wo der Nachwuchs der Wildbienen geschlüpft ist und wo nicht, markieren wir im Winter die Verschlussdeckel an unseren Nisthilfen.

Wenn die Wildbiene schlüpft, wird der Verschlussdeckel von ihr zerstört. Haben wir am Ende der folgenden Saison (also nächsten Winter) noch farbig markierte Verschlussdeckel, wissen wir, dass sich im Inneren nichts getan hat und die Brut darin abgestorben ist.

Reinigen:

Wichtig ist, dass der Reinigung eine Markierungsaktion vorausging – siehe unser vorheriger Beitrag zum Markieren von Nistverschlüssen. Denn nur so kann man sicher wissen, hinter welchen Verschlüssen der Nachwuchs der Wildbienen abgestorben ist und somit wo ihr die Nistgänge reinigen könnt.

Diese Röhren kann man entweder einfach so lassen (manche Wildbienenarten räumen auch selbst auf und belegen solche Röhren wieder) oder man reinigt diese und macht neuen Platz für die nächsten Besucher im Wildbienenhotel.

Zwingend notwendig ist die jährliche Reinigung der Röhren nicht. In der freien Natur reinigt schließlich auch niemand Niströhren die verschlossen bleiben. Möchte man in seinem Wildbienenhotel aber immer den maximalen Platz für die nächste Generation zur Verfügung stellen und seine eigenen kleinen Studien machen, kann man so vorgehen.

Aber auch für die motivierten unter uns ist das markieren und reinigen nicht jährlich erforderlich. Wenn man möchte kann man das alle 2-3 Jahre machen, um das Wildbienenhotel in Betrieb zu halten und den Platzverlust zu minimieren.

Wir hatten in den Nisthilfen im Stadtgarten dieses Jahr beispielsweise gar keine Verluste, alle Markierungen sind weg und somit alle Wildbienen geschlüpft. In den extrem gut belegten Hotels im Insektenland sind noch wenige Markierungen zu sehen, die wir nun gereinigt haben.

Unser Erklärvideo auf Youtube finden Sie hier!

Wann?

Markieren:

Am besten nachdem die alte Saison eine Weile vorüber ist – kurz nach der Eiablage sollte man die Nisthilfe keines Falls bewegen oder daran rütteln.

Daher empfiehlt sich als Zeitpunkt der Dezember oder Januar. Die Wildbienen in der Nisthilfe sind schon soweit entwickelt, dass man sie nicht zu sehr stört und die neue Saison hat sicher noch nicht begonnen. Die ersten Mauerbienen fliegen ungefähr im März, abhängig von den Temperaturen und der Witterung.

Trotzdem sollte man sehr vorsichtig beim markieren und bei der Reinigung sein. Die Nisthilfe sollte man an Ort und Stelle lassen, nicht bewegen, wenig Vibration verursachen und auf gar keinen Fall ins warme Haus holen!

Reinigen:

Für die Reinigung gilt das gleiche wie für das Markieren der Nisthilfe. Es macht Sinn zuerst die abgestorbenen Niströhren zu reinigen und dann die neuen Nestverschlüsse zu markieren.

Mit Was?

Markieren:

Die Verschlussdeckel der Niströhren sind sehr empfindlich und zum Teil sehr locker! Man sollte auf gar keinen Fall zu viel Druck ausüben – ein Filzstift kann schon zu viel sein. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Auch mit Kreide, Wachsmalstiften, etc. übt man zu viel Druck auf den oft losen und bröseligen Nestverschluss aus.

Am besten eignet sich eine kräftige Wasserfarbe, einige empfehlen Ostereierfarbe. Für die Wildbienen ist die Farbe nicht schädlich, da die Insekten den Deckel beim Schlüpfen nur anknabbern oder aus der Röhre schubsen, nichts davon wird verspeist. Trotzdem sollte man natürlich auf ökologisch unbedenkliche Produkte zurückgreifen, denn sobald die Wildbiene aus ihrer Nisthilfe schlüpft, fällt der Deckel mit der Farbe auf den Boden und somit in die Natur.

Reinigen:

Am besten eignen sich Reinigungsbürsten aus dem Airbrush Zubehör, wir ihr sie im Bild sehen könnt. Diese Bürsten gibt es für kleines Geld im Set mit verschiedenen Längen und Durchmessern. Damit könnt ihr die Niströhren super ausräumen und säubern, damit sie ohne Platzverlust für die nächste Generation zur Verfügung stehen.

Kokons aus der Wildbienennisthilfe entnehmen?

Im Handel gibt es Nisthilfen bei denen man die Wildbienenkokons im Winter aus den Niströhren entnimmt, bis zum Schlupf in einem separaten Fach lagert und derweil die restlichen Niströhren reinigt. Diesen Vorgang halten wir für unnatürlich. Zumal es voraussetzt, dass man Parasiten und Wildbienenkokons unterscheiden kann. Und auch viele Parasiten sind nützliche Insekten, die eine Daseinsberechtigung haben. Daher halten wir diese Lösung nicht für optimal und raten eher dazu die Wildbienen möglichst in Ruhe zu lassen.