Bei den Honigbienen ist Teamwork angesagt. Sie bilden mehrjährige Völker, deren Bienen zusammen in ihrem Bienenstock überwintern. In ihrem Stock bilden sie eine sogenannte Wintertraube, in der sie sich gegenseitig vor der Kälte schützen können. Dabei sitzt die die Königin in der Mitte dieser Traube. Dank des Einsatzes ihrer Arbeiterinnen herrscht dort durchgehend eine Temperatur von mindestens 25 Grad. Die Bienen fahren ihren Stoffwechsel herunter und sind so in der Lage im Winter von den eingelagerten Vorräten im Stock leben zu können.

Aber wie läuft das bei den Wildbienen? Kurz erklärt.

Wie überwintern Wildbienen?

Die solitären Wildbienen sind im Gegensatz zu den Honigbienen Einzelgänger. Die Lebensdauer einer Wildbiene beträgt je nach Art nur etwa vier bis sechs Wochen. Nach der Begattung starten die weiblichen Wildbienen sofort in hohlen Pflanzenstängeln oder in Erdlöchern mit dem Bau ihrer Brutzellen, in die sie jeweils ein Ei ablegen. Die Brutzelle wird mit ausreichend Nektar und Pollen versorgt und mit einer Zwischenwand zur nächsten Zelle zugemauert.

Die Zwischenwände dieser Kammern bauen die Wildbienen aus Pflanzenteilen, Lehm, Sand, Steinchen oder Harz. Im Inneren dieser Brutzellen entwickelt sich das abgelegte Ei im Laufe der Monate zu einer Larve, dann zu einer Puppe und schließlich zu einer fertigen Wildbiene. Es dauert etwa ein Jahr, bis diese nächste Generation Wildbienen aus ihren Nistkammern krabbeln.


Dann beginnt dieser Kreislauf wieder von vorne. Die meisten Wildbienen sterben also vor dem Winter und lediglich der Nachwuchs überwintert als Ei, Larve oder Puppe in hohlen Pflanzenstängeln, selbst gegrabenen Gängen in der Erde oder in Totholz.

Bei der Blauschwarzen Holzbiene überwintern Männchen und Weibchen. Dazu suchen sie sich Baumhöhlen oder andere Hohlräume, in denen sie gemeinschaftlich überwintern. Auch die Keulhornbienen überwintern so. Allerdings suchen diese eher nach hohlen Stängeln verschiedener Pflanzen als Überwinterungsmöglichkeit. Einen ähnlichen Lebenszyklus hat die Hummel.

Bei den Hummeln, die auch zu den Wildbienen gehören, stirbt der ganze Hummelstaat im Spätherbst. Mit Ausnahme der Königin – die Hummelköniginnen überwintern im Boden, unter Laub und Totholz und warten dort auf angenehmere Temperaturen. Ein interessantes Video dazu findet ihr hier. Hummeln nehmen auch gerne Gänge von Mäusen an und bevorzugen ihr Quartier z.B. unter einer schützenden Laubschicht zu Graben, weshalb man Laub im Herbst liegen lassen oder zu Laubhaufen machen sollte.

Wie kann ich den Wildbienen im Frühjahr helfen?

Die hartgesottenen unter den Wildbienen sind, abhängig von Witterung und Lebensraum, schon sehr früh im Jahr unterwegs. Während die Honigbienen erst bei Temperaturen um 12 °C loslegen, ist die Hummel beispielsweise bereits bei 3 °C, die Gehörnte Mauerbiene bei 4 °C und die Rostrote Mauerbiene ab 10 °C unterwegs.

Die wichtigste Hilfestellung die wir hier leisten können ist den Bienen auch schon früh im Jahr Nahrungsquellen bereitzustellen. Frühblühende Pflanzen findet ihr zum Beispiel in unseren Blühkalendern die wir euch bald vorstellen werden! Dazu gehören zum Beispiel die Sal-Weide, die heimische Schneeheide, Traubenhyazinthen, Krokusse und andere Frühjahrsblüher wie der Blaustern. Hierfür braucht man nicht unbedingt einen großen Garten. Auch auf kleinen Flächen, Balkonen und Fensterbänken lassen sich kleine Bienen Oasen anlegen. Hier empfehlen wir euch das Wildpflanzen Topfbuch von Reinhard Witt.

Was gibt es noch zu beachten?

Was wir empfehlen NICHT zu tun:

  • Das Insektenhotel mit den Bienen im Winter nach drinnen holen.
  • Das Wildbienenhotel umsetzen oder daran herumruckeln – am besten man lässt die Insekten möglichst in Ruhe 😉
  • die Kokons entnehmen – wir finden das sehr unnatürlich.
  • Laub und Totholz entfernen – bitte lasst alles liegen bis die Bienen wieder unterwegs sind.
  • nur Sommerblüher anpflanzen. Denkt an ein ganzjähriges Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr bis hin zum Spätherbst. Bevorzugt werden sollten natürlich einheimische Pflanzen.