Eine alte Gärtnerweisheit besagt: “Traue keinem Ort an dem kein Unkraut wächst!”

Wir betonen gerne immer wieder, dass man Pflanzen die im Garten zufällig aufgehen, nicht immer gleich entfernen soll. Lässt man die Pflanze erstmal wachsen, kann es auch durchaus spannend sein zu beobachten was aus dem “Unkraut” entsteht! Wenn ich durch unseren Garten gehe, entdecke ich immer wieder viele neue Wildpflanzen, die nicht nur hübsch aussehen, sondern unseren Wildbienen Pollen und Nektar liefern. Bevor man also alles direkt herausrupft, lohnt sich ein Blick auf die nützlichen Seiten der grünen Überraschungsgäste. Blühende Wildpflanzen wie Löwenzahn, Taubnessel, Gänseblümchen, Klee, Gundermann oder Brennnessel, sind bei Wildbienen und vielen anderen Insekten beliebt. Sie werden von einigen auch als Schlafplatz benutzt. Darüber hinaus sind es gesunde, essbare Wildkräuter für uns Menschen! Drei davon stellen wir euch hier kurz vor.

Inhaltsverzeichnis

Kein Unkraut: der Löwenzahn

Löwenzahn (Taraxacum officinale) hat laut Trachtfließband.de den Nektarwert 3 und den Pollenwert 4 und ist somit sehr attraktiv für Wildbienen. Ganze 70 Wildbienenarten nutzen den Löwenzahn als Pollenquelle.

Die mehrjährige Pflanze blüht von April bis Juni und gehört zu den Stauden. Der Löwenzahn hat den floristischen Status einheimisch. Taraxacum officinale möchte einen sonnigen Standort und einen lehmig sandigen, humosen und durchlässigen Boden.

Das Gänseblümchen

Gänseblümchen (Bellis perennis) hat laut Trachtfließband den Nektarwert 1 und den Pollenwert 1 und ist somit immerhin mäßig Interessant für Wildbienen. Eher wenige, nämlich 7 Wildbienenarten nutzen das Gänseblümchen als Pollenquelle. Jedoch steht es den Insekten fast die ganze Saison über zur Verfügung.

Das Gänseblümchen sieht man nämlich von März bis Oktober blühen, es gehört zu den Blumen und ist ebenfalls mehrjährig. Bellis perennis hat ebenso den floristischen Status einheimisch. Die Gänseblümchen mögen einen sonnigen Standort und normale, wenig humose Bodenstruktur.

Die Taubnesseln

Meist finden wir verschiedene Taubnesseln in unseren Gärten vor. Die Purpurrote Taubnessel, die gefleckte Taubnessel und die weiße Taubnessel. Sie gehören zu den Stauden und sind einjährig. Im Gegensatz zur Brennnessel kann man sie bedenkenlos pflücken. Sie hat keine Brennhaare und ist dadurch auch für Kinder nicht unangenehm.

Lamium purpureum (Rote Taubnessel) ist eine Pflanze, an der 8 Wildbienenarten ihren Pollen sammeln.

Lamium maculatum (Gefleckte Taubnessel) weist laut Trachtfließband den Nektarwert 3 und auch einen Pollenwert von 3 auf. 5 Wildbienenarten nutzen die gefleckte Taubnessel um ihre Pollen zu sammeln. Sie blüht von Anfang Mai bis Ende Juli, die Blüten sind rosa.

Lamium album (Weiße Taubnessel) ist eine Pflanze, deren Pollen von 4 Wildbienenarten gesammelt werden. Sie blüht in weiß von Anfang Mai bis Ende Juni.

Essbare Wildkräuter

Alles andere als Unkraut!

Löwenzahn ist eine alte Heilpflanze. Fast alles an der Pflanze ist essbar! Blätter, Wurzel und Blüten kann man ohne Bedenken verzehren. Die Blüte schmeckt süßlich und im Abgang etwas bitter. Die Blätter sind herzhaft und passen vorzüglich in den Salat oder frisch gesammelt in den Smoothie.

Die jungen Blätter und Sprossen der Taubnesseln sind gut als Wildgemüse oder Wildsalat geeignet, zum Beispiel gemischt mit Spinat oder Brennnesseln.

Auch Gänseblümchen sind nicht nur essbar, sondern auch gesund. Am besten schmecken die Blüten der Pflanzen, wenn sie noch relativ jung sind – je älter das Gänseblümchen, desto bitterer. Größere Mengen sollte man vom Gänseblümchen allerdings nicht verzehren, denn es beinhaltet neben einigen Vitaminen unter anderem Bitter- und Gerbstoffe.

Wie der Löwenzahn macht sich das Gänseblümchen super als als dekorative Beilage im Salat oder zu Gemüse.

Mensch und Tier profitieren von diesen Pflanzen, also lassen wir Sie wachsen!

Es gibt kein Unkraut! 🙂